Wer mit 3D-Grafik, Animation oder visuellen Effekten zu tun hat, dürfte
KitBash3D vielleicht schon kennen. Der Name 'KitBash' selbst ist dagegen weit weniger geläufig als die beiden
Plattformen, die nun zu dem Unternehmen wechseln: ArtStation und Sketchfab.
KitBash ist das Unternehmen hinter KitBash3D und der Greyscalegorilla Plattform. KitBash3D bietet
umfangreiche Bibliotheken mit 3D-Assets und Materialien, während Greyscalegorilla unter anderem Werkzeuge und Lernangebote
für professionelle Designer und 3D-Künstler bereitstellt. Die Angebote richten sich an Kreative aus Bereichen wie
Spieleentwicklung, Film, Fernsehen, VFX, Werbung und Visualisierung.
Nun erweitert KitBash sein Angebot erheblich: ArtStation und Sketchfab wechseln von Epic Games zu KitBash. Epic Games
begründet diesen Schritt damit, sich künftig stärker auf die Entwicklung von Unreal Engine 6, Fortnite, das
Entwickler-Ökosystem und den Epic Games Store konzentrieren zu wollen. Gleichzeitig soll die langjährige Zusammenarbeit
zwischen Epic und KitBash fortgesetzt werden.
ArtStation ist vor allem als Plattform bekannt, auf der Künstler und Designer
ihre Arbeiten präsentieren, Portfolios aufbauen und sich beruflich vernetzen können. Darüber hinaus bietet die Plattform
unter anderem einen Marktplatz für digitale Inhalte sowie Möglichkeiten zur Suche und Vermittlung von Jobs.
Sketchfab konzentriert sich dagegen besonders auf 3D-Modelle. Künstler und Unternehmen können
dort ihre Modelle präsentieren, veröffentlichen und in andere Webseiten einbetten. Die Plattform ist damit nicht nur ein
Schaufenster für 3D-Kunst, sondern auch ein wichtiger Ort, um digitale Modelle zu entdecken und zu teilen.
Mit KitBash kommen diese Angebote nun mit einem Unternehmen zusammen, das selbst stark im Bereich 3D-Assets, Materialien,
Werkzeuge und Ausbildung tätig ist.
Für die Nutzer von ArtStation und Sketchfab soll sich durch den Eigentümerwechsel zunächst nichts
ändern.
ArtStation-Nutzer können weiterhin ihre Portfolios hochladen, Blogs veröffentlichen, digitale Inhalte und Drucke kaufen
oder verkaufen und die Jobbörse nutzen. Auch bestehende Accounts, Uploads und Pro-Abonnements bleiben unverändert.
Bei Sketchfab können weiterhin 3D-Modelle geteilt und heruntergeladen werden. Auch Preise, Abonnements, bestehende Funktionen
und Unternehmensverträge sollen unverändert bleiben.
KitBash betont außerdem, dass die Rechte an den eigenen Arbeiten bei den jeweiligen Urhebern bleiben. Das betrifft sowohl die
Kunstwerke bei ArtStation als auch die 3D-Modelle bei Sketchfab.
Interessant wird der Zusammenschluss vor allem mit Blick auf die langfristige Entwicklung. KitBash sieht
die vier Angebote als unterschiedliche Bestandteile eines größeren kreativen Prozesses.
Dieser reicht von der Inspiration und dem Erlernen neuer Techniken über das Erstellen von 3D-Inhalten und den Einsatz
professioneller Werkzeuge bis hin zur Präsentation, Veröffentlichung und Vernetzung mit anderen Künstlern.
Aus Sicht von KitBash könnten die bisher getrennten Plattformen deshalb künftig stärker miteinander verbunden werden. Ein
Künstler könnte beispielsweise Inspiration und Lernangebote finden, mit vorhandenen 3D-Assets arbeiten, daraus eigene
Werke entwickeln und diese anschließend über eine Plattform wie ArtStation präsentieren oder über Sketchfab
veröffentlichen.
Konkrete Pläne für solche Integrationen gibt es allerdings noch nicht. KitBash erklärt ausdrücklich, zunächst zuhören und
von den Menschen lernen zu wollen, die diese Plattformen täglich nutzen. Eine konkrete Roadmap oder sofortige
Produktintegrationen wurden daher noch nicht angekündigt.
Für Epic Games ist der Verkauf zugleich eine weitere Konzentration auf die eigenen Kernbereiche. Das
Unternehmen will seine Ressourcen verstärkt auf Unreal Engine 6, Fortnite, das Entwickler-Ökosystem und den Epic Games Store
richten.
ArtStation und Sketchfab bleiben damit zwar nicht mehr Teil von Epic Games, die Zusammenarbeit mit KitBash soll jedoch bestehen
bleiben. Epic und KitBash verbindet bereits eine langjährige Partnerschaft.
Für die Nutzer der beiden Plattformen dürfte deshalb zunächst vor allem eines gelten: Es bleibt alles beim Alten. Spannend
wird erst in den kommenden Jahren, ob aus der Übernahme tatsächlich ein stärker miteinander verbundenes Ökosystem für
3D-Künstler, Designer, Animatoren und andere Kreative entsteht.
Für die digitale Kreativbranche ist der Zusammenschluss jedenfalls bemerkenswert: Ein Unternehmen für 3D-Assets und
kreative Werkzeuge übernimmt zwei etablierte Plattformen für Präsentation, Entdeckung und Austausch von digitaler
Kunst.
Weitere Informationen ⇒ KitBash3D
03 Rubrik ⇒ 'Panorama' am 12.08.2026