Traditionelle Volkslieder
und Folksongs brauchen sich nicht unbedingt verstaubt oder
wie einer Mottenkiste entnommen anhören. Im Gegenteil, dass was an Liedern einst gut klang und Menschen berührte,
das kann auch noch heute gut klingen und Menschen berühren, wenn diese Lieder entsprechend neu arrangiert und
als Songs vertont werden. Zu diesen traditionellen Folksongs gehören sehr bekannte, wie der Titel "My Bonnie lies
over the ocean", ein schottischer, vermutlich aus dem Jahre 1746 stammender Folksong.
Die hier vorgestellte Piano Version von "My Bonnie lies over the ocean" ist gut für Anfänger geeignet und in
wenigen Tagen erlernbar. Sie ist aber ebenso gut geeignet, um erste Erfahrungen mit VST-Instrumenten und einer
DAW zu sammeln.
So richtig populär wurde dieser Titel zwar durch die Beatles, doch als Kinderlied oder Shanty wurde er bereits
vor den Beatles gesungen und ist noch heute in diesen Versionen populär und bei YouTube zu finden.
Und wer sich unsicher sein sollte, ob es denn nun richtiger "lies over" oder "is over" geschrieben wird (im
Internet sind beide Textversionen zu finden), kann bei YouTube oder bei archive.org nach der ersten Vertonung
auf Schallplatte aus dem Jahre 1919 suchen oder nach einer Ausgabe von "Students' Songs" aus dem Jahre 1884.
Bei der Vertonung auf Schallplatte interpretiert die rumänisch-amerikanische Opernsängerin Alma Gluck den Song
unter dem Titel "Bring back my bonnie to me", wobei ein deutliches "lies over" wahrnehmbar ist. Bei der Veröffentlichung
von Noten und Liedtext in "Students' Songs" aus dem Jahre 1884 heißt es hingegen noch "is over".
[1] [2]
Unsere Piano Version haben wir zwar als animiertes Video erstellt, doch die Begleitung wurde von uns arrangiert und traditionell erstellt. Die Noten entsprechen dem zweiten weiter unten veröffentlichen Notenblatt.
Seit dem das US-amerikanische Gangsterpärchen Bonnie und Clyde in der ersten Hälfte des
letzten Jahrhunderts für Aufsehen sorgte, wird sicherlich jeder beim Namen Bonnie an einen Mädchennamen denken.
Doch das war nicht immer so, denn das schottische Wort Bonnie steht eigentlich für hübsch bis attraktiv und das
konnten einst auch männliche Personen, wie Bonnie Prince Charlie, sein.
Charles Edward Stuart (1720 bis 1788) war ein Anwärter auf den britischen Thron, doch um einen Thron
besteigen zu können, hätte er diesen für das Haus der Stuarts zuerst erobern müssen. In Schottland verliefen
die von Bonnie Prince Charlie geführten und unter dem Begriff Jakobitenaufstand Forty-Five in die geschichtlichen
Annalen eingegangenen Schlachten siegreich, in England mangels Unterstützung hingegen nicht.
In Folge wurde ein Rückzug in das schottische Hochland beschlossen, wo die aufständischen Truppen in einer Schlacht
bei Culloden im Jahre 1746 geschlagen wurden. Nach dieser Schlacht konnte der Prinz (nach einer abenteuerlichen
Flucht, bei der er sich zeitweise als Zofe "Betty Burke" verkleidete) über das Meer nach Frankreich entkommen.
Nun kursiert im Web eine Legende, nach der sich dieses Lied auf Bonnie Prince Charlie beziehen könnte, doch auf
mehr als auf Vermutungen dürfte diese Legende nicht beruhen. Ähnlich wie bei der Artus-Sage oder wie bei
den Überlieferungen von Robin Hood, lässt sich auch diese Legende nicht mit gesicherten Quellen stützen. Möglich
könnte es hingegen gut und gerne sein, denn selbst Märchenerzähler, wie die Gebrüder Grimm, ließen sich vermutlich
gern von realen Vorkommnissen und Personen inspirieren.
Möglicherweise handelt es sich bei Bonnie lediglich um eine in Schottland oder Irland zurückgelassene Geliebte,
während ihr Freund nach Amerika schipperte, um dort sein Glück zu finden. Ein sicherlich beliebtes Motiv, um daraus
ein Shanty während einer Überfahrt zu stricken.
Als gesicherter gilt hingegen, dass dieser Song um das Jahr 1860 von Harry Clifton geschrieben und unter dem Titel
"Send Back My Barney to Me" veröffentlicht wurde, wenngleich es in dieser Version noch mit einem anderen Text
versehen war. Als gesichert gilt weiterhin, dass im Jahre 1881 ein erster Druck als Studentlied erfolgte und
eine geänderte Version im Jahre 1882 unter dem Titel "Bring Back My Bonnie to Me".
Die erste Piano Version in C-Dur ist sehr einfach gehalten und sollte sich besonders für Anfänger
eignen, um diese innerhalb weniger Tage zu erlernen. Doch auch um erste Erfahrungen mit einer DAW (Digital
Audio Workstation) zu sammeln, sollte diese Version keine größeren Probleme bereiten, wo sie sich mit diversen
VST-Instrumenten kombinieren lässt. Eine ältere Hörprobe ist weiter unten auf dieser Seite zu finden.
Nachfolgend eine Vorschau von der ersten Seite der zweiseitigen PDF-Datei.

Die zweite Piano Version in A-Dur sieht auf dem ersten Blick nicht viel anders aus, doch enthält diese auf der zweiten Seite im Chorus eine weitere Stimme im Abstand von einer Sexte zur Melodie. Diese Version wurde für das obere Video benutzt. Nachfolgend eine Vorschau von der ersten Seite des ebenfalls zweiseitigen PDF-Notenblattes.

Beide Notenblätter bzw. beide PDF-Dateien können nach dem Öffnen heruntergeladen oder ausgedruckt werden. Wie das Herunterladen erfolgt, ist mehr vom verwendeten Browser abhängig. Im Firefox erfolgte Download und Anzeige im Browser praktisch beinahe zeitgleich, im Edge erfolgte nur ein Herunterladen, ohne das die PDF im Browser geöffnet und angezeigt wurde.
Eine Vertonung nur mit virtuellen Instrumenten weicht insoweit von "echten" Audio-Aufnahmen ab, als dass weder ein real existierendes Piano, noch ein Keyboard oder E-Piano für die Einspielung von Melodien und Akkorden benutzt werden muss, sondern die Eingabe von Noten direkt in der Piano-Roll einer DAW (Digital Audio Workstation) erfolgen kann. Diese Vorgehensweise hat Vor- wie Nachteile, auf die wir hier nicht tiefer eingehen möchten. Was nicht heißt, dass auf ein Instrument verzichtet werden sollte, viele Nutzer benutzen dafür ein gutes Keyboard oder E-Piano, doch es geht zur Not auch ohne. So ließe sich z.B. ein Notenblatt mit einem Notensatzprogramm wie MuseScore erstellen, dieses als MIDI-File exportieren und in eine DAW importieren. Praktisch ist eine DAW vor allem immer dann, wenn weitere Stimmen und Spuren von Instrumenten eine Aufnahme abrunden sollen, die aber nicht alle einschließlich der Instrumentalisten gerade zur Verfügung stehen. Nachfolgen eine in die Jahre gekommenende Audio-Aufnahme als Hörprobe, aus einer Zeit, als wir begannen, uns an den Umgang mit einer DAW zu gewöhnen. Für diese Aufnahme verwendeten VST Gitarren.[3]
Kleine Hörprobe (von 2019 oder älter)
Als Gesangsstimme für da obige Video benutzten wir eine Stimme vom Synthesizer V Studio Pro. Als Gesangsstimme für da obige Video benutzten wir eine Stimme vom Synthesizer V Studio Pro [4], nutzbar standalone Instrument oder als Plugin in eine DAW. Doch selbst wer alles allein machen möchte, oder mit einem KI gestützten Tool erstellen, ohne DAW wird es selten abgehen, allein schon für die Nachbearbeitung und fürs Mastering.
Dieser Text ist im unten verlinkten Buch "Students' songs" von 1884 enthalten.
1
My Bonnie is over the ocean,
My Bonnie is over the sea;
My Bonnie is over the ocean,
Oh! bring back my Bonnie to me.
Bring back, bring back,
Bring back my Bonnie to me, to me.
Bring back, bring back
Oh! bring back my Bonnie to me.
2
Oh! blow, ye winds over the ocean,
And blow, ye winds over the sea;
Oh! Blow, ye winds over the ocean,
And bring back my Bonnie to me.
Bring back, etc.
3
Last night as I lay on my pillow,
Last night as I lay on my bed,
Last night as I lay on my pillow,
I dreamed that my Bonnie was dead.
Bring back, etc.
4
The winds have blown over the ocean.
The winds have blown over the sea,
The winds have blown over the ocean.
And brought back my Bonnie to me.
Bring back, etc.