Das Kaperslied oder "Al die willen te kaap'ren varen", ist ein flämisch-niederländischer Folksong, der sich gut in das Genre Seemannslieder bzw. Shantys einordnen lässt. Einst wurde dieses Lied von E. de Coussemaker gesammelt und 1856 in "Chants populaires des Flamands de France" veröffentlicht. Eine PDF von dieser Ausgabe kann unter Internet Archive (archive.org) eingesehen und heruntergeladen werden.[1]
Unsere Piano Version haben wir als Video Anfang Januar 2021 erstellt. Beim Intro hatten wir eine Szene vor Augen, wie die ersten, noch schläfrigen Seeleute sich mit noch verhaltenden Schritten auf dem Weg zum Hafen machten, bevor sich es mehr werden. Die Noten entsprechen dem weiter unten veröffentlichten Notenblatt.
Die genaue Entstehung des Liedes ist nicht überliefert, ein Komponist ist nicht bekannt. Doch nach
de Coussemaker und dem belgischen Musikwissenschaftler Florimond Van Duyse (1843 - 1910) könnte sich eine Variante
des Liedtextes auf die Familie des Kaperkapitäns Jean Bart beziehen.
Jean Bart (1650 - 1702), unterschiedliche Schreibweisen seines Namens sollen sich auf unterschiedliche Aussprachen
beziehen, ob auf Flämisch oder auf Französisch. Seine erste Heiratsurkunde soll er zumindest mit Jan Baert
unterschrieben haben. Jedenfalls wurde er 1694 auf Grund seiner Verdienste in den Adelsstand erhoben.
Dem vorausgehend hatte er in einer Seeschlacht vor der Küste von Texel eine französische Getreideflotte mit 120
Schiffen vor den Holländern retten können, bewahrte dadurch Paris vor einer Hungersnot und wurde selbst zu einem
Nationalhelden. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. soll davon so beeindruckt gewesen sein, dass er Jean Bart adelte.
In der bereits erwähnten und unten verlinkten Ausgabe von E. de Coussemaker von 1856 ist dazu unter den Noten der
Melodie und dem Liedtext auf Seite 160 unter "Chant de Corsaires" vermerkt (übersetzt):
Lied der Korsaren
Seite 260: Seit jeher liebt man in Dünkirchen die Seefahrt. In diesen gefährlichen Unternehmungen haben sich im Übrigen die besten und berühmtesten Seeleute der Stadt hervorgetan. In dieser Schule sammelte Jean Bart seine ersten Erfahrungen; als Freibeuter machte er sich bei den Feinden Frankreichs am meisten gefürchtet.[...]
Seite 261: Der Text, den wir gerade wiedergegeben haben, ist der beliebteste, doch haben wir ihn auch in der folgenden Variante gehört:
Diese Version lässt vermuten, dass man darin die Familie Bart als Vorbild für die Freibeuter anführen wollte, von der mehrere Mitglieder Seefahrer waren, die nicht weniger unerschrocken waren als der berühmte Jan.
Der Musikwissenschaftler Florimond Van Duyse ergänzt in seiner 1903 veröffentlichten Ausgabe von "Het oude Nederlandsche lied. Deel 1"[2] auf Seite 853 wie folgt, wobei D.C. in diesem Fall für de Coussemaker steht (übersetzt):
Text und Melodie
[...] Die Dünkirchener – D.C. lernte das Lied zweifellos in Dünkirchen kennen – zeichneten sich zu jeder Zeit als Freibeuter aus, nämlich durch ihre Raubzüge gegen Spanien, die Niederlande und England; [...]
Weiterhin lassen sich die in der Strophe erwähnten Namen dahingehend deuten, liefern aber leider keinen tragfähigen Beweis,
da ebenfalls nur auf Vermutungen beruhend, dass sich die Strophe auf Jean Bart und seine Familie beziehen könnte. Doch
insgesamt betrachtet erscheint die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich so verhalten könnte.
"Jan, Pier, Tjores en Corneel ..."
Aber Vermutungen sind noch kein Beweis für etwas, was sich nicht mehr beweisen lässt. Vielleicht ist mit den Mannen mit Baerden auch nur gemeint, dass auf Kaperfahrt keine noch bartlosen Jungspunde mitgenommen werden sollten, die sich beim Entern eines Schiffes noch nicht ihren Mann stehen können und noch kein Pulver gerochen haben. Wobei, Kaperer wollen keine Schiffe versenken, sondern entern, um im Besitz des Schiffes einschließlich der Ladung zu kommen. Dafür wurden ganze Männer benötigt und keine noch bartlosen.

Wie das Herunterladen erfolgt, ist vom verwendeten Browser abhängig. Wir haben es nur mit Firefox und Edge getestet. Im Firefox erfolgte zuerst der Download, doch innerhalb einer Sekunde wurde es zusätzlich im Browser angezeigt. Im Edge erfolgte nur ein Download.
Einer Vertonung nur mit virtuellen Instrumenten steht nichts im Wege, außer noch fehlende Erfahrungen im Umgang mit einer DAW (Digital Audio Workstation). Doch auch wenn eine Aufnahme nur mit einem Keyboard oder E-Piano eingespielt wurde, sollte diese ein Mastering durchlaufen. Ebenso wenn weitere Stimmen hinzugefügt werden sollen, ist eine DAW unerlässlich.
Dieser Text besteht im unten verlinkten Buch "Chants populaires des Flamands de France" von 1856 nur aus einer Strophe. Weitere Strophen, die später entstanden, sind jedoch über die niederländische Liederdatenbank[3] und die niederländische Wikipedia zu finden.[4]